viel Varroen? Handlungsbedarf

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Jeder Imker beachtet die gültigen Bestimmungen zur Varroabekämpfung und wendet die in seinem Land zugelassenen Behandlungsmittel an.

Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Imka » 28. November 2016, 13:19

Karlheinz hat geschrieben:Ich habe meine Völker vom 20. Oktober bis 3.Nov. 4 mal mit Milchsäure besprüht.
Dabei sind insgesamt 2332 Milben gefallen.
Am 15.11. habe ich bei ca. 0 Grad die OS Träufelung gemacht.
Danach sind in den letzten 10 Tagen nochmal 2041 Milben gefallen.



Diese Zahlen sind gigantisch und sie suggerieren eine hohe Erfolgsrate. Doch darf man sich nicht täuschen lassen, denn sie bestätigen nur, dass die Völker extrem belastet sind. Hoher Milbenfall nach Behandlung, bedeutet nicht gleich hoher Erfolg.
Als Erfolg kann man nur einen sehr niedrigen Restmilbenbestand ansehen. Dieser sollte nicht höher als 20 Milben liegen.
Selbst wenn man bei der OS-Behandlung einen sehr hohen Wirkungsgrad, von 90%, annimmt, würden noch mindestens 200 Restmilben verbleiben. Und dies ist eindeutig zu viel. Die Überwinterung würde damit zwar nicht wesentlich beeinträchtigt werden, aber bereits im kommenden Mai wäre die Schadschwelle überschritten. Bei einer monatlichen Verdopplung, gerechnet ab März, wären mehr als 1000 Milben vorhanden.

LG
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon bob » 28. November 2016, 13:51

Karlheinz hat geschrieben:Ich habe meine Völker vom 20. Oktober bis 3.Nov. 4 mal mit Milchsäure besprüht.
Dabei sind insgesamt 2332 Milben gefallen.
Am 15.11. habe ich bei ca. 0 Grad die OS Träufelung gemacht.
Danach sind in den letzten 10 Tagen nochmal 2041 Milben gefallen.

Meine Fehler in diesem Jahr:
Ich habe mich von "sehr erfahrenen Imkern" beschwatzen lassen, meine genetisch guten Drohnen nicht zu schneiden.
Ich habe mit der ersten AS Behandlung bis 20. August gewartet.
2 Fehler, die sich jetzt rächen.
Gruß
Karlheinz


auf wie viele Völker beziehen sich diese gefallenen Milbenzahlen?

Ich bin der Meinung, dass sich genügend Drohnen in den Völkern befinden und deshalb gehört das Drohnenschneiden zu den verträglichsten und natürlichsten Massnahmen zur Varroabehandlung.
Gleich danach kommt das Schröpfen und die damit verbundene Ablegerbildung mit anschließenden Milchsäurebehandlung bei Brutfreiheit. Das haben viele Imker in unserem Verein auch noch nicht verstanden.
Im übrigen habe ich das Gefühl, dass viele unserer Altimker nicht über die Wirkung der Milchsäure nach der Ablegerbildung bescheid wissen. :o

Die erste AS-Behandlung Ende August ist definitiv sehr spät. Ich habe in diesem Sommer am 22. Juli abgeschleudert und dann die erste AS-Behandlung bereits Ende Juli durchgeführt. Je eher die Milben draußen sind, umso weniger können nachgebildet werden.
Gruß bob
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Karlheinz » 28. November 2016, 14:24

Hallo Bob,
die Zahlen beziehen sich auf 16 Völker.
Hallo Imka,
mir ist die Problematik durchaus bewusst. Zumindest weiss ich, was ich in der kommenden Saison verbessern muss. Die Problemvölker werde ich nicht zur Honiggewinnung einsetzen, sondern je nach Milbenfall im Frühling behandeln und teilen.
Gruß
Karlheinz
Unwissenheit erzeugt viel mehr Sicherheit, als es das Wissen tut. (Charles Darwin)
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon Simon » 28. November 2016, 14:24

bob hat geschrieben: Die erste AS-Behandlung Ende August ist definitiv sehr spät. Ich habe in diesem Sommer am 22. Juli abgeschleudert und dann die erste AS-Behandlung bereits Ende Juli durchgeführt. Je eher die Milben draußen sind, umso weniger können nachgebildet werden.

Die erste Behandlung Mitte-Ende August ist dann nicht zu spät wenn der Befall niedrig genug ist, wird die Behandlungs- oder gar Schadschwelle erreicht muss man selbstverständlich schon früher ran. Bei der AS-Behandlung gibt es auch ein "zu früh", bei viel Brut ist der Wirkungsgrad deutlich geringer und man muss dann 3x die Völker behandeln. Wenn es nicht sein muss oder anders geht, behandle ich ab Mitte August.
Mit vielen freundlichen Grüßen
Simon
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon mmoe » 28. November 2016, 14:42

Karlheinz hat geschrieben:Meine Fehler in diesem Jahr ...


Tröste dich. Das habe ich vor einem Jahr auch ohne fremde Hilfe hinbekommen und mit Grabkerze, warmen Winter alles noch hingebogen bekommen. Aber das war mir auch eine Lehre. Dieses Jahr habe ich die Hausaufgaben für das nächste hoffentlich fast ohne Fehler angefertigt. Mal gucken...
Viele Grüße
Marco
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon waldimker » 28. November 2016, 17:18

Wenn "zweimal einmal zuviel ist" - und das gilt für OS.
gilt das auch für MS? könnte man die zweimal?
Oder: wenn man die Winterbehandlung mit MS gemacht hat, könnte man im Notfall nochmal mit OS nachreichen?
Bzw: wenn man bereits OS geträufelt hat, nocheinmal MS?
Wenn ja, wann?

Ich hab einen Stand, da wird das mit einmal Träufeln nicht hinhauen... zum Glück ist das der kleinere! Am andern Stand bräucht ich gar nicht Winter-behandeln.
Ab welchem nat. Milbenfall ist ein Volk um diese Jahreszeit tatsächlich vom Tode bedroht?
Liebig schreibt: "wenn die Schadschwelle (über 1) überschritten ist, ,heißt es noch nciht, dass das Volk über den Winter eingeht. Es wintert nur schwächer aus. Erst wenn die Schadschwelle deutlich überschritten ist...." (sinngemäß)
Was ist demzufolge "deutlich"?
Dieses Forum wird bald abgeschaltet. Wir starten ein neues, wo wir User uns neu sammeln können. URL: http://dreilichs.de/if/
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Re: viel Varroen? Handlungsbedarf

Beitragvon April » 28. Dezember 2016, 19:06

hi,
sodele: kurz das Ergebnis gepostet: drei Wochen nach der OS-Behandlung sind gut 280 Varroa rausgefallen:
nach einem Tag 70, nach sechzehn 270 und jetzt eben 280.
Ich hatte etwa 45 ml dieser versüßten 3,5% OS gut handwarm rübergeträufelt, morgens bei 0°C.
Vielleicht sind nicht genug rausgefallen - bei den immer noch rel. vielen Bienen - aber so ist es nun.
Sie müssen ja auch irgendwann lernen, mit der Milbe zu leben ;)
Die mir brutal erscheinende Operation bzw. das Rausschneiden der Brut, scheint ihnen zumindest nicht so geschadet, wie ich befürchtete bzw. wie es aussah.
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