Die Falle des James West

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Die Falle des James West

Beitragvon Ralf » 19. April 2010, 15:37

Frisch gefunden im Netz:

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Gegen Kleiner Beutenkäfer und Varroa

Die Falle des James West
fängt den Kleinen Beutenkäfer und Varroa destructor

Quellen: American Bee Journal Februar/2004 Pag. 89 und Dadant Beekeping Catalogue http://www.dadant.com

Als James West (* 1941) aus High Springs /Florida durch den Kleinen Beutenkäfer seine Bienen verlor, erfand er eine Falle, die den Kleinen Beutenkäfer tötet. Als Nebeneffekt ergab sich, dass in der Falle auch die Milbe Varroa destructor verendete. Bei der Beschreibung seiner Methode wird bewusst auf das gesamte Drumherum verzichtet und ausschließlich die Vorgehensweise beschrieben. Es wird dabei nicht unterschlagen, das James West wiederholt darauf hinweist, dass ihm die Lösung des Problems mit viel Geld sowie „mit Gottes und meines Sohnes Eric Hilfe“ gelang.

Kleiner Beutenkäfer: Wer mit geschlossenem waagerechtem Boden imkert, kann die Methode des Kollegen James West unverändert übernehmen. Die Beute muss lediglich mit Hilfe einer Wasserwaage genau ausgerichtet werden. Wer mit zum Flugschlitz geneigter Bodenfläche imkert, muss das schräge Bodenteil für die Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers (Aethina tumida) gegen einen waagerechten Boden vorübergehend austauschen. Wessen Unterboden nicht hoch genug ist, der kann sich mit Leisten zwei mal zwei Zentimeter den nötigen Abstand zwischen Unterboden und Brutzarge verschaffen. Dazu braucht es nicht viel Fantasie. In diesen „Trommelraum“ wird die „West’sche Beutenkäferfalle“ gestellt. Wie im Dadant-Katalog (http://www.dadant.com) ersichtlich, hat die Falle eine bienensichere Abdeckung, die nur vom Kleinen Beutenkäfer und den Varroen überwunden werden kann.
James West empfiehlt den Einsatz der Falle ab dem Frühjahr. Die begatteten Weibchen des Kleinen Beutenkäfers seien fliegend auf der Suche nach einer Wiege für ihren Nachwuchs. In aller Regel würden sie auf dem Beutenboden zunächst nach einem Versteck für sich selbst suchen ~ und dabei in die Beutenkäferfalle geraten. Die Schale der Beutenkäferfalle enthalte bodenbedeckend ein beliebiges pflanzliches Öl, das durch Verschließen der Öffnungen des Chitinkörpers den Tod herbeiführe. Wichtig ist eine wasserdichte Beute. Eventuell einlaufendes Regenwasser lässt das Öl aufschwimmen und überlaufen. Bienen, die auf dem Beutenboden mit dem ausgelaufenen Öl in Berührung kommen, verenden. Jedes Volk muss eine eigene Beutenkäferfalle haben, sparen wäre hier am falschen Platze.

Beobachter weisen im American Bee Journal 8/2005 darauf hin, dass die Weibchen des Kleinen Beutenkäfers bevorzugt Bienenvölker parasitieren, die bei Stress ein Alarmpheromon absondern. Eine Stresssituation wird beispielsweise durch die Behandlung mit Ameisensäure geschaffen. Der Kleine Beutenkäfer findet anhand des Alarmpheromons kranke, schwache und gestresste Völker. Das gleiche ABJ berichtet in 4/2005 von Beobachtungen, wonach frisch geschlüpfte Maden des Kleinen Beutenkäfers nach unten fallen, durch das Schutzgitter der Bodenwanne geraten und verenden.
Varroa destructor: Uns Europäern bereitet die möglichst chemiefreie Bekämpfung der Varroa destructor größere Sorgen. Sie ist mit dem gleichen Gerät möglich. Wer mit offenem Boden imkert und eventuell sogar mit der Segeberger Beute, kann sich eine Metallwanne bauen (lassen), die der Bodenschieberplatte des Segeberger Beutensystems entspricht.
Der Kollege Heinz Josef Klein-Hitpaß im Großraum Bocholt arbeitet seit einigen Jahren mit der Wanne. Er legt auf den Boden der Wanne ein Blatt Papier (Küchenrolle, Druckerblatt) und tränkt es großzügig mit pflanzlichem Öl. Seine Varroen fallen bei den bei uns gebräuchlichen Behandlungsmethoden (AS, MS, Oxalsäure, Perizin) durch das Bodengitter in das Öl und verenden. James West streut feinsten Puderzucker der Körnung 4X auf und zwischen die Rähmchen und fegt den Puderzucker schließlich von den Rähmchen ins Volk. Entscheidend ist nicht die Masse des eingesetzten Puderzuckers, sondern die Regelmäßigkeit, mit der er ins Haarkleid der Bienen gelangt. Vier Tage hinter einander wird behandelt, dann gibt es eine Pause von drei Tagen, danach wird abermals behandelt, über einen Zeitraum von 35 Tagen. Sobald der Puderzucker ins Haarkleid der Bienen gelangt, lassen sich die Milben fallen. Die Inspektoren des Florida Departements of Agriculture, Tom Dowda und Bill Langston haben die Völker des James West in zweiwöchigem Abstand untersucht und bestätigen, dass mit dessen Behandlungsmethode der Befall „auf Null“ zurück gedrängt wird. Die inzwischen entwickelte „verbesserte“ Methode, den Puderzucker mit einem Gebläse staubfein ins Volk zu blasen, erscheint mir noch nicht ausgereift.

Pflanzenöl: Das pflanzliche Öl, mit dem James West arbeitet, ist die aus Canada stammende Variante unseres Rapsöles. Der Entdecker dieser Behandlungsmethode weist ausdrücklich darauf hin, dass das Öl regelmäßig (alle 14 Tage) aus der Schale entfernt werden muss, damit es nicht antrocknet und beim Reinigen erhebliche Mehrarbeit verursacht.

Eine neue Falle für fliegende Eindringlinge in Bienenvölker
als integrierter Bestandteil einer modernen Beute – Bauweise und Funktion.
Die Konstruktion und Funktion einer neuen Insektenfalle für Bienenbeuten ist unter dem Handelsnamen APIBURG erhältlich. Diese Falle wird permanent anstelle des Bodens unter den Brutraum des Magazins gestellt. Damit lassen sich sehr wirksam Insekten, insbesondere Wespen fangen, ohne dass Köder erforderlich wären. Man betont, dass diese Falle auch s ehr wirksam bei der Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers (Aethina tumida) verwendet werden kann . . . .
M. D. Infantidis, S. Chatzopoulos, P. Katikou, in «Honeybee Science», 1-2005 Pag. 26
BM 01-2006, Pag. 10.

Wieso wirkt Pflanzenöl gegen Varroose ?
Untersuchungen an der Universität von West-Virginia und am Forschungszentrum Baton Rouge ergaben, dass sich ein Teil der Varroamilben in Brutzellen der Honigbiene sich nicht fortpflanzt, wenn das Volk auf irgendeine Weise mit pflanzlichem Öl in Kontakt gekommen war. Dieser Effekt wurde erreicht, wenn das Öl über Flüssigfutter, Futterteig, Honig oder eine andere Weise dem Volk gegeben wurde. Warum das so ist, wurde noch nicht festgestellt. Theoretisch bieten sich viele Möglichkeiten an.
Ko Zoet „bijen“ 1-2003, Pag. 13


Im Sommer legt man Bananenschalen vor die einzelnen Bienenwohnungen.
Der kleine „Beutenkäfer“ legt darauf gerne seine Eier und lässt sich auf diese
Weise unter Kontrolle halten.

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Gruß Ralf
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Landbiene in Hohenheimer Beute
Streuobstwiese, ca. 450 m ü. NN
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Re: Die Falle des James West

Beitragvon Flint » 19. April 2010, 17:06

Haben wir den Probleme mit dem angesprochenen Beutenkäfer?
Unter welchem Namen/Wo findet man die Falle auf der Seite?
Meinst du das? https://www.dadant.com/catalog/product_info.php?products_id=1248 Offener Boden?

Im einem Abschnitt wird beschrieben, dass die Varrrrrroooooen im Öl ersaufen sollen. Das "Absteifen" macht aber nach wie vor die Behandlung oder? Die Fangschale verhindert also lediglich, dass lebende Varrooen wieder zurück ins Volk krabbeln.
Alternativ zu den bei uns angewendeten Varroooosemitteln, wird der Puderzucker genannt oder ganz unten wird beschrieben, dass Futterteig in Rapsöl gewendet die kleinen Biester auch abschrecken soll.
Hört sich sehr fantastisch an.
(Simon hat doch schon mit Puderzucker gearbeitet?)
Frank
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Re: Die Falle des James West

Beitragvon Distelbauer » 20. April 2010, 15:41

Danke für den interessanten Beitrag.Flint, ich hab mal ein bisschen gegoogelt. Die Falle nennt sich Apiburg, aber wie die funktioniert ist mir noch nicht ganz klar :?: aber wenn das klappen würde wär das ja schon revolutionär und so kinderleicht :)
http://www.apiservices.com/articles/us/flying_intruders.htm

LG Georg
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Re: Die Falle des James West

Beitragvon stiefelknecht0664 » 25. Februar 2015, 06:38

Was mich brennend interessiert wäre der Effekt mit dem Ölkontakt. Wenn man Öl in Winterfutter mischt und die Bienen das über Monate fressen wäre das ein sehr praktischer Umstand die Varroa zu bekämpfen. Meine Frage wäre hat jemand schon Erfahrung damit und wenn ja wieviel Öl und was für ein Öl kommt zur Anwendung.
Lg aus dem schönen Schwarzatal von Thomas
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Re: Die Falle des James West

Beitragvon YoYo » 28. Februar 2015, 13:38

stiefelknecht0664 hat geschrieben:...l und was für ein Öl kommt zur Anwendung.


gutes Bratöl

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Re: Die Falle des James West

Beitragvon Plonsi » 28. Februar 2015, 17:18

stiefelknecht0664 hat geschrieben:Was mich brennend interessiert wäre der Effekt mit dem Ölkontakt. Wenn man Öl in Winterfutter mischt und die Bienen das über Monate fressen wäre das ein sehr praktischer Umstand die Varroa zu bekämpfen. Meine Frage wäre hat jemand schon Erfahrung damit und wenn ja wieviel Öl und was für ein Öl kommt zur Anwendung.
Lg aus dem schönen Schwarzatal von Thomas


Aber im winter hätte es den geringsten Effekt. Da ja oben beschrieben wird, dass durch das Öl die Milbe an der Fortpflanzung gehindert wird, nicht getötet wird und im WInter eh wenig bis keine Brut vorhanden ist. Müsste man noch dazu erforschen, wie lang eine Milbe im Winter überlebt. Vier bis fünf Monate müsste man ja hin bekommen mit Öl-Winterfutter. Wäre dann zur Ergänzung des Drohnenbrutschneiden, aber kein Ersatz denke ich.

Gruß Stefan
Plonsi
 
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