Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon BieneMartin » 19. Oktober 2011, 08:27

Hallo zusammen,

vor etwa anderthalb Wochen habe ich bei 4 von 5 2-zargigen Völkern Futtereimer halb bis ganz voll mit Apiinvert und ausreichend Styrodurstückchen (wie immer) in einer 3. Zarge oben reingestellt, da mir das geschätzte Gewicht des Futters von ca. 17 kg für 2-Zarger zu wenig erschien.

Nun war ich gestern an einem schönen Abend da um die Eimer rauszuholen und bin sehr erschrocken.
Das Futter ist nicht weniger geworden und es liegen einige tote Bienen im Apiinvert und sehr viele schwarze Bienen sitzen oben auf den Toten bzw. auf den Styrodurstückchen. Alles in allem sind es pro Eimer wohl 2-3 Hand voll Bienen.
Ich muss noch dazu sagen, dass bei einem Volk der volle Eimer komplett leer war und keine Toten drin lagen.

Wie kann das bei den 3 Völkern passiert sein? Haben diese schwarzen Bienen etwa zuviel Kälte abbekommen oder warum sind die so schwarz? Und warum nehmen 3 von 4 Völkern das Futter nicht mehr? Reicht denen die Menge von ca. 17 kg etwa über den ganzen Winter aus? Eigentlich sollten die doch über 20 kg bekommen.

Danke schonmal für Antworten.

Gruß,

B.M.
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon Simon » 19. Oktober 2011, 11:51

BieneMartin hat geschrieben:Das Futter ist nicht weniger geworden und es liegen einige tote Bienen im Apiinvert und sehr viele schwarze Bienen sitzen oben auf den Toten bzw. auf den Styrodurstückchen. Alles in allem sind es pro Eimer wohl 2-3 Hand voll Bienen.
Wie kann das bei den 3 Völkern passiert sein? Haben diese schwarzen Bienen etwa zuviel Kälte abbekommen oder warum sind die so schwarz?
Die Unterschiede in der Futterabnahme können momentan sehr groß sein. Wesentlichen Einfluss bringt die Temperatur, bei tiefen Temperaturen ist die Futterabnahme gering, stärkere Völker nehmen Futter besser ab. Bei "Obenfütterung" mit Distanz zum Bienen- und Brutsitz gibt es momentan einige Tote im Futter, diese verklammen bei den kühleren Temperaturen. Manchmal werden die Füßchen bekleckert, bei kühlen Temperaturen schaffen die Bienen es nicht sich zu reinigen und kommen den Eimer nicht mehr hoch. Selbst bei Einzargern gibt es welche, die das Futter in Tetrapaks nicht anrühren, der Einstieg ist zu weit oben. Die Fütterung sollte im September abgeschlossen sein, später füttern ist mit Mühe verbunden.

BieneMartin hat geschrieben:Und warum nehmen 3 von 4 Völkern das Futter nicht mehr?
Eine Fütterung direkt über oder neben dem Bienensitz klappt auch bei niedrigen Temperaturen, ist aber nur eine Notlösung wenn es um akuten Futtermangel geht.

BieneMartin hat geschrieben: Reicht denen die Menge von ca. 17 kg etwa über den ganzen Winter aus? Eigentlich sollten die doch über 20 kg bekommen.
Wenn 17kg in den Waben verfügbar sind, kommt das Volk damit sehr weit. Bis zum ersten starken Bruteinschlag im März dürfte das Futter reichen, dann gilt es wie immer den Futterstand der Völker kurz zu prüfen und evtl. zu ergänzen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon Immenfreund » 19. Oktober 2011, 12:08

sind die schwarzen Bienen nicht Räuber und die Toten deren Opfer bei Kämpfen?
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon TraugottStreicher » 19. Oktober 2011, 16:11

Immenfreund hat geschrieben:sind die schwarzen Bienen nicht Räuber und die Toten deren Opfer bei Kämpfen?

Nein - Bienen, die in (evtl. gärigem) Futter ertrunken sind, sehen ähnlich aus.
Mit freundlichen Grüßen - Traugott Streicher
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon BieneMartin » 19. Oktober 2011, 16:19

Waren die anderthalb Wochen zuviel für das Apiinvert und es ist gegärt?
Haben die Verluste Auswirkungen auf die Überwinterung der Völker?
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon Simon » 19. Oktober 2011, 16:55

BieneMartin hat geschrieben:Waren die anderthalb Wochen zuviel für das Apiinvert und es ist gegärt?
Finger rein und probieren, Apiinvert dürfte wie andere Sirupe nicht so schnell bzw. gar nicht zum gären kommen. Vom Stärkesirup kenne ich keinen Fall mit Gärung während der Fütterung, Zuckerwasser kann schneller schlecht werden.
Wird während der Behandlung gefüttert säuert das Futter an und wird lange Zeit gemieden.

BieneMartin hat geschrieben:Haben die Verluste Auswirkungen auf die Überwinterung der Völker?
Die Bienen merken es, wenn etwas mit dem Futter nicht stimmt, meistens wollen sie nicht mehr wenn sich die Toten aufschichten. Für die Überwinterung sind 5000 Bienen notwendig, die sollten jetzt da sein. Ich habe es noch nicht erlebt, dass ein Volk nach einem Futterchaos nicht mehr überwintert, die notwendig Überwinterungsstärke kannst du jetzt schon überprüfen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon BieneMartin » 19. Oktober 2011, 18:32

Danke für die Ratschläge SImon, das beruhigt mich sehr...Also wenn ich in das einzargige Schwarmvolk reinschau, sehe ich von 9 gassen so 6-7 gassen voll. Das müsste reichen oder?
Ich glaube auf einer vollbesetzten Wabe sitzen doch so 1000 Bienen. Aber vom Wetter her kann ich jetzt nicht mehr aufmachen, Es ist so kalt draussen. Heute hats schon geschneit bei uns,

Gruß,

Martin
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon sam » 19. Oktober 2011, 20:07

Kälte macht denen nichts. Eine abschließende Kontrolle der Volksstärke ist ratsam. Dazu reicht die grobe Einschätzung über die besetzten Wabengassen aus.
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon Ralf » 19. Oktober 2011, 22:04

Simon hat geschrieben:Selbst bei Einzargern gibt es welche, die das Futter in Tetrapaks nicht anrühren, der Einstieg ist zu weit oben.
darum habe ich die Tetrapacks immer waagrecht reingestellt und an einer Langseite geöffnet. Der Inhalt ist der gleiche, nur die Abnahmefläche viel größer und die Bienen müssen nicht so hoch hinauf klettern, vor allem nicht, wenn das Tetrapack fast leer ist.

Gruß Ralf
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Streuobstwiese, ca. 450 m ü. NN
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon BieneMartin » 20. Oktober 2011, 08:18

GUter Tipp...das werd ich nächstes Jahr mal versuchen.
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon SummSumm » 20. Oktober 2011, 20:46

Simon hat geschrieben: Manchmal werden die Füßchen bekleckert, bei kühlen Temperaturen schaffen die Bienen es nicht sich zu reinigen und kommen den Eimer nicht mehr hoch. Selbst bei Einzargern gibt es welche, die das Futter in Tetrapaks nicht anrühren, der Einstieg ist zu weit oben. Die Fütterung sollte im September abgeschlossen sein, später füttern ist mit Mühe verbunden.


Die "Glas-Methode" ist jetzt noch eine gute Alternative wenn man sie in einer Leerzarge einsetzt. Folie etwas zurueck wie ueblich und das Glas mit gelochtem Deckel auf zwei Hoelzchen direkt an den Bienensitz.

glas_leerzarge.jpg


Dann koenen die Bienen tanken ohne gross zu klettern und sich dabei Eisfuesse zu holen. Wenn es hart auf hart kommt sollte es im Fruehjahr auch mit einem Loch in der Folie direkt ueber dem Bienensitz gut funktionieren...falls das Futter nicht gereicht hat und es noch kalt ist. Und wenn sie dabei dann noch ertrinken sind sie wirklich selber schuld. ;-)


jens
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Re: Viele schwarze und tote Bienen im Futtereimer

Beitragvon Simon » 20. Oktober 2011, 21:18

SummSumm hat geschrieben:Die "Glas-Methode" ist jetzt noch eine gute Alternative wenn man sie in einer Leerzarge einsetzt. Folie etwas zurueck wie ueblich und das Glas mit gelochtem Deckel auf zwei Hoelzchen direkt an den Bienensitz.

Hallo SumSumm!
Für den Notfall ist der Schluck aus dem Gurkenglas sicher eine gute Sache.
Siehe auch auch hier: http://www.einfachimkern.de/viewtopic.php?f=29&t=625
Mit vielen freundlichen Grüßen
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