Wabenhygiene mit System

Was Imker machen und Bienen (nicht) tun

Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 17. August 2012, 08:48



Nicht immer klappts so reibungslos, mal vom kleinen Betriebsunfall abgesehen. ;)
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Immenfreund » 17. August 2012, 10:31

Klasse Schulungsvideo *, Simon.
Warum hast du umgeweiselt, wenn die so sanftmütig sind?

* du könntest Lehrer werden :bigrin:
Mit freundlichen Grüssen

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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 17. August 2012, 12:27

Immenfreund hat geschrieben:Warum hast du umgeweiselt, wenn die so sanftmütig sind?

Die Bessere ist die Feindin der Guten. ;)
Von diesem Volk hab ich nachgezogen, die Entwicklung im Sommer war nicht ganz so prickelnd.
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Nils » 17. August 2012, 12:47

Wieder mal ein gutes Video, danke Simon!
Sag mal, wie entdeckst Du ohne eine Wabe zu ziehen, ob da Brut drin ist?

Und noch eine Frage:
Wie kann man das Konzept umsetzen, wenn man als Honigraum nur Halbzargen verwendet?
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 17. August 2012, 13:07

Nils hat geschrieben:Sag mal, wie entdeckst Du ohne eine Wabe zu ziehen, ob da Brut drin ist?

Von oben schräg reinschauen, durch den eingehängten Käfig waren die Waben im Zargenkern etwas auseinander und man konnte so gut sehen was los ist, mit dem Stockmeisel und Rauch verschafft man sich tieferen Einblick. Selten übersieht man mal schlupfreife Brutbretter, die man nachträglich umhängt.

Nils hat geschrieben:Wie kann man das Konzept umsetzen, wenn man als Honigraum nur Halbzargen verwendet?

Gar nicht, deshalb hab ich das übriggebliebene Dadant Volk "Blacky" getauft. Man kann allerdings auf 2/3 Waben sehr gut imkern, auch im Brutraum. Bei durchgängig einräumiger Betriebsweise geschieht konsequente systematische Wabenhygiene über kunstschwärmeln, "Teilen und Behandeln" oder ganz einfach lange Zeit gar nicht. :black:
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon ApisMellifera » 20. August 2012, 07:27

Super Film - Danke.

Aber eine Frage bleibt noch...was tun, wenn ich keinen mit Waben ausgebauten Honigraum hab?!
Kann ich dann auch einen Honigraum nur mit Mittelwänden dafür hernehmen?
Da die Mädels ja noch eingefüttert werden, müssten die Mittelwände noch ausgebaut werden, oder sehe ich das falsch?
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 20. August 2012, 08:37

ApisMellifera hat geschrieben:Aber eine Frage bleibt noch...was tun, wenn ich keinen mit Waben ausgebauten Honigraum hab?!
Kann ich dann auch einen Honigraum nur mit Mittelwänden dafür hernehmen?

Es ist von Vorteil einige schöne helle Waben (am Besten ohne Propolispatina) für den Honigraum aufzubewahren, 4-5 ausgebaute Zanderrähmchen im Kern der Honigraumzarge bringen die Bienchen im nächsten Frühjahr gut übers Absperrgitter. Wenn es sich um ein richtig dickes Volk mit vielen durchhängenden Bienen unter der ersten Zarge handelt, dann bauen diese die 10 Mittelwände noch aus. Es kann passieren dass zuerst die erste Zarge vollgepumpt wird, dann erst die Zarge mit den MWs und dies nicht vollständig. Man kann auch auf einer Zarge überwintern, die alten Waben entnehmen und das Volk auf 10 Waben einwintern, das Wabenalter lässt dies zu (wenn man bei der letzten Wabenhygiene konsequent war). Die Brutraumerweiterung mit Mittelwänden im Frühjahr hat Vorteile in Sachen Steuerung des Brutsitzes und Schwarmlust, die Überwinterung auf zwei Zargen bringt mehr Vorratssicherheit.
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Immenfreund » 20. August 2012, 09:14

Simon hat geschrieben:... das Wabenalter lässt dies zu (wenn man bei der letzten Wabenhygiene konsequent war).

Hallo Simon,
hast du Erfahrung/Beobachtungen gemacht, ob die Winterbienen sich auf schon einmal bebrüteten Waben ebenso groß entwickeln? Allein von der Geometrie können die ja schon nicht so groß werden, wenn da 6/12/18 Puppenhäute an den Zellwänden anliegen.
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 20. August 2012, 21:20

Immenfreund hat geschrieben: hast du Erfahrung/Beobachtungen gemacht, ob die Winterbienen sich auf schon einmal bebrüteten Waben ebenso groß entwickeln?

Ich hab keinerlei Erfahrungen mit den kleinen Zellen, außer den hausgemachten Schrumpfzellen, my bees thrive on full size. Es ist davon auszugehen, dass die Winterbienen bis auf wenige Ausnahmen aus schon einmal bebrüteten Zellen stammen. Die Größe der Bienen zu erfassen scheint mir nicht ganz einfach, so halbstarke Bienen vollgepumpt mit Haemolymphe sind größer als die muckeligen frisch geschlüpften. Also, kleine Zellen kann ich nicht bieten, geschrumpfter Wabenabstand auch nicht, das führt zu ausgeräumter Brut, manche sagen dazu resistente Bienen. ;)
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 21. August 2012, 13:07

altewabe.JPG
Warum müssen die immer in die ältesten Waben legen?
dwv.JPG
Wenn solche DWV Bienen zu sehen sind, entnimmt man die schwarzen Waben mit Restbrut gerne.
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Nils » 25. April 2013, 09:55

Hallo Simon,

zum Video im ersten Beitrag hätte ich nochmal eine Frage. Es ist zwar noch eine Weile hin, aber ich möchte es in diesem Jahr so machen wie gezeigt. Allerding hätte ich vor nicht auf zwei Zargen zu überwintern sondern einräumig.

Wie geht man dann vor? Auch gleich noch den Honigraum weg - von 3 auf 1 ???
Oder macht man das später?

Danke Dir,

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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 25. April 2013, 20:32

Nils hat geschrieben:... ich möchte es in diesem Jahr so machen wie gezeigt. Allerding hätte ich vor nicht auf zwei Zargen zu überwintern sondern einräumig.
Wie geht man dann vor? Auch gleich noch den Honigraum weg - von 3 auf 1 ???
Oder macht man das später?

Von drei auf eine Zarge geht, aber erst nach der Behandlung (Mitte-Ende August). Wenn man mit Ameisensäure von oben behandelt, muss man für eine sichere Behandlung sorgen (königinnenerhaltend, brutschonend). Danach kann man den Honigraum (der für die Wabenhygiene gedacht ist) abnehmen, man sollte auch den 2. verbleibenden Brutraum begutachten wie die Waben aussehen. Die Wabenhygiene darf man nicht ignorieren und sollte im Folgejahr mit weiteren systematische Schritten die Erneuerung fortsetzen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon sam » 25. April 2013, 21:29

Also ich könnte meine Wirtschaftsvölker niemals auf eine Zarge einengen, dazu sind die zum Zeitpunkt der Wabenhygiene noch viel zu stark.
Ableger kann man einzargig einwintern, Altvölker unbedingt zweizargig. Wenn ein Altvolk in eine Zarge reinpasst ist es zu schwach für die Überwinterung!
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Nils » 24. Juli 2015, 12:03

Ich möchte diesen Thread nochmal aufwärmen und hätte eine Frage zum Video im ersten Beitrag....

Es schaut alles so einfach gut und schön aus Simon :)
Aber ich habe jetzt doch noch einige Fragezeichen im Kopf:

- wie geht man vor, wenn der HR noch größere Rest von (vergebens) geschleudertem Melizitose enthält? Kann man den HR dann überhaupt belassen?
- prüfst du im 2 BR (künftig der 1 BR) gar nicht, ob irgendwelche Pollenbretter drin sind?
- und ganz wichtig: bin ich jetzt (24.07.) zu früh dran mit dem einengen? Ettliche in meiner Gegend sind schon fertig und ich gerate langsam in Panik, weil ich noch nicht mal angefangen habe....

Danke Dir,

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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 24. Juli 2015, 16:55

Nils hat geschrieben:- wie geht man vor, wenn der HR noch größere Rest von (vergebens) geschleudertem Melizitose enthält? Kann man den HR dann überhaupt belassen?
Rechtzeitig aufsetzen und bearbeiten lassen, Waldhonig jeglicher Art ist im Zweifel unverträglich, je weniger drinn ist desto besser, das "Zeug" steckt nicht nur im Honigraum, mehr Probleme macht der Brutraum. Die Waben kann man besser frei bekommen durch "Teilen und Behandeln" mit anschließender Wabensortierung, der Flugling würde sich durch die Reste des Honigraumes durchfressen und verbrüten, beim Flugling bekommt man die fetten Kränze um die Brut raus und kann Waben so platzieren dass sie leergetragen werden.

Nils hat geschrieben:- prüfst du im 2 BR (künftig der 1 BR) gar nicht, ob irgendwelche Pollenbretter drin sind?
Pollenbretter beachte ich bei der Wabenhygiene nicht, am Rande der 2. Zarge und um die Brut herum hat es genügend Reserven. Pollenbretter aus Zarge eins werden konsequent eingeschmolzen, außer es sind Randwaben in ausgesprochen guter Qualität.

Nils hat geschrieben:- und ganz wichtig: bin ich jetzt (24.07.) zu früh dran mit dem einengen?
Der Brutumfang ist momentan noch groß, eine späte Tracht drückt zudem das Brutnest runter. Aktuell bekommt man ohne viel Waben umzuhängen keine zargenweise Wabenhygiene hin.

Nils hat geschrieben:Ettliche in meiner Gegend sind schon fertig und ich gerate langsam in Panik, weil ich noch nicht mal angefangen habe....
Manche Imker haben so schöne Emailschilder: "Wabenhygiene? Im nächsten Jahr." Ein zweites, "Wabenhygiene? Im Frühjahr." Die kann man je nach Jahreszeit wechselnd aufstellen, die Waben werden dann so alt wie das Schild.
Am konsequentesten gelingt die Wabenhygiene im Spätsommer, mitte August. Panik ist keine gute Voraussetzung, ich hätte Panik JETZT Wabenhygiene machen zu müssen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon propolis » 24. Juli 2015, 23:56

Hallo Simon,

Ich häng mich mal kurz mit einer Frage dran - du hast beschrieben, dass man Brutwaben aus dem 1. BR an den Rand des neuen BR hängen kann. WAs mach ich denn mit den dann zu entnehmenden Randwaben aus dem neue n 1. BR, hänge ich die nach oben in den ehemaligen HR, und wenn ja, nach außen oder in die Mitte? Oder entnehme ich die?
LG, propolis
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 25. Juli 2015, 06:48

Ich würde eine Randwabe im Tausch nehmen, mit etwas Glück gibt es unbebrütete die man dann in Jungvölker als Randwabe verschwinden lassen kann, leicht bebrütete würde ich in den Ex-HR in die MItte geben um saubere Futterwaben zu gewinnen, leicht bebrütete können aber auch ohne lange zu überlegen eingeschmolzen werden, denn lange überlegen nutzen die Bienen für produktive Räuberei.
In den Ex-Honigraum hänge ich keine (Brut)Waben um, nach der Wabenhygiene wird meist direkt behandelt, die Bienen ziehen sich gerne aus dem unbebrüteten Raum des Honigraumes zurück nach unten, Brutwaben werden verlassen, später ausgeräumt weil ungeschützt der Säure ausgesetzt.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon propolis » 25. Juli 2015, 09:12

Hallo Simon,

Danke für die ausführliche Antwort, da ich ja reichlich vermehrt habe, werde ich dann ggf. saubere Randwaben in die Jungvölker hängen mit wirklich nur leicht bebrüteten so verfahren wie du es beschreibst. Ansonsten wird halt eingeschmolzen. Ist mir lieber, die Mädels sitzen auf wirklich frischen Waben als dass sie das letzte Fitzelchen Futter verwerten.

Wobei ich durch Wildbaukorrektur, Drohnenschneiden und Ablegererstellen reichlich frische Mittelwände in die oberen Bruträume gebracht habe, die Chancen auf sauberes Randwabenwerk sind relativ hoch.
LG, propolis
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Immenfreund » 28. Juli 2015, 04:50

für mich war dieser Hinweis neu:

Dennoch dürfen
keine vereinzelten unbebrüteten
Waben im Brutraum verbleiben.
Sie wirken als Kälteschied, werden
kaum mit Futter befüllt und bei
Kälte von der Winterkugel nicht
überwunden. Die Völker verhungern
dann trotz voller Futterwaben.

(15/2015) Herausgeber:
DLR Westerwald-Osteifel, Fachzentrum Bienen und Imkerei, Mayen
Landwirtschaftskammer NRW, Bienenkunde, Münster
LWG Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim
LLH Bieneninstitut Kirchhain, Kirchhain
Landesanstalt für Bienenkunde, Hohenheim
Länderinstitut für Bienenkunde, Hohen-Neuendorf
Mit freundlichen Grüssen

Helmut

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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon waldimker » 28. Juli 2015, 08:36

Das würd ich zwar auch so sehen, das Brutnest möglichst beieinander zu lassen (versuche ich auch während der Saison). Es kommt aber doch auch sicher auf den Zeitpunkt an. Wird noch Brut angelegt, dürfte die Wabe noch bebrütet werden. Anfangsstreifen würd ich nicht mehr geben, Mittelwände nur bei sehr starken Völkern.
Wenn Platz da ist, würde ich leere Waben allerdings immer außen ans Brutnest hängen.
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Wabenhygiene mit System und anschließende erste AS Behandlun

Beitragvon Hotzenplotz » 30. Juli 2015, 14:40

Hallo zusammen,

im letzten Jahr hat das gut geklappt: Ein dreizargiges Volk vorhanden: Unterste Brutzarge raus, die zweite Brutzarge wird zur ersten und der abgeschleuderte Honigraum wird zur zweiten Brutraumzarge. Danke an dieser Stelle auch für das tolle Video. Allerdings war bei mir im letzten Jahr die unterstes Brutzarge komplett ohne Brut.

Heute wollte ich das wiederholen. Erst die Wabenhygiene und dann die AS Behandlung:

Zargenturm auseinandergestellt, die zweite Brutzarge auf den Boden gestellt (war schwer, also gut mit Futter gefüllt), den Honigraum (so gut wie leer) obenauf und nun wollte ich die restlichen Bienen in die Leerzarge abschütteln... Dann sollte die erste Ameisensäurebehandlung mit dem Nassenheider beginnen.


Jedoch als ich das 3.Rähmchen der untersten Brutraumzarge zog: alles voll mit jüngsten Maden, 4. Rähmchen voll mit verdeckelter Brut,... also Vorgang unterbrochen und nun bitte ich um Tipps was ich machen kann? Geht es in diesem Jahr nicht ohne viel Umhängen? (wie oben schon geschrieben?) Dann hole ich mir wohl noch zwei Leerzargen und bastle mir die beiden Zargen dann zusammen... Räubereigefahr?

Danke für Tipps ;)-

Grüße aus der Eifel!
:ugeek: ;)-
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 30. Juli 2015, 15:06

Ich war vorhin Bienen schauen, wie es denn in der ersten Zarge aussieht. Der Futtervorrat in der 2. Brutraumzarge ist im Gegensatz zu deinen Völkern sehr gering, die Brut sitzt dadurch direkt am Absperrgitter, 2 von 3 Völker waren unten brutfrei, eines hatte gedeckelte Brut auf zwei Rähmchen, man hätte die beiden in den darüberliegenden Raum gut am Rand unterbringen können, mehr Brut umhängen macht keinen Sinn. Besteht Behandlungsdruck so kann man bei hohen Temperaturen den leeren Honigraum drauflassen und das Volk auf drei Zargen behandeln, ob das der Nassenheider Prof. packt ist die Frage die ich demnächst im Vergleich abschätzen kann. Man könnte auch den Honigraum "abräumen" und direkt die AS auf den Brutraum stellen, das wäre mir zu riskant bei den trockenen angekündigten hohen Temperaturen, ich behandle im August grundsätzlich mit einem Abstand zur Brut. Die Wabenhygiene kann nach der Behandlung Mitte bis Ende August mit weniger oder keiner Umhängerei geschehen, aber noch vor der Einfütterung.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Hotzenplotz » 30. Juli 2015, 19:18

:thumbsup:
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Wieder was gelernt (hoffentlich). Ärgere mich etwas über meinen Eingriff heute. Denke, dass ich hätte ja nur den Honigraum abnehmen müssen und dann hätte ich behandeln können. Am Gewicht der zweiten Brutzarge hatte ich ja gesehen, dass noch genug Futter drin gewesen ist. Da wäre ja dann auch der notwendige Abstand zur Brut?
Ich merke als Anfänger immer, dass ich zumeist mit gutem Plan an die Völker gehe und dann über fordert bin, eine richtige Entscheidung zu treffen, weil die Situation ,die ich dann antreffe, eine andere ist. Da nützen auch oft die Bücher und Literatur nichts.
:black:
:ugeek: ;)-
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon waldimker » 30. Juli 2015, 19:25

@Hotzenplotz:
Das wird dann besser mit der Zeit...

manchmal hilft es mir noch, den Kasten wieder zuzumachen, wenn ich nicht so recht weiß wie ich mit der Situation umgehen soll, und einen Tag später zu handeln.
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon propolis » 30. Juli 2015, 20:56

Hallo,

Ich hatte heute das gleiche Problem - bei einer kurzen Kontrolle stellte ich fest, dass das stärkste Volk quasi kein Futter mehr hatte, nichtmal Randwaben und nur vereinzelt Futterkranz. Ok hab ich gedacht, mach ich jetzt schon Wabenhygiene und fütter dann schon ein wenig, damit die Völker keinen Hunger leiden.

Im ersten Brutruam waren sowohl verdeckelte Brut, also auch unverdeckelte. Ich hab jeweils ins nächste Volk gehängt und dann die restlichen zwei Bretter in den schwächsten Ableger gehängt. Sollte das nächstes Jahr wieder passieren, setze ich eine Zarge mit wenig Futter drauf bis Mitte August..

Simon, gut zu wissen, dass nur richtige Bretter zum Umhängen lohnen, da wäre ich besser ausgekommen mit dem Unterbringen der Waben.

Hotzenplotz, mir geht es mit den guten Plänen und dem Chaos-Gefühl am Stand genauso. Aber ich glaube, dass ist die einzige Möglichkeit, dass aus angelesenem Wissen Erfahrung wird. OO;
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Nils » 31. Juli 2015, 09:30

Hallo miteinander,

ich bräuchte auch nochmal Rat zum einengen....

Gestern engte ich ein Volk ein, unten waren 2 Waben mit auslaufender Brut, die kamen in den ehemaligen 2 BR, worin sich jetzt 6 oder 7 Rähmchen mit Brut befinden. Der Rest vom BR 1 kam in den Schmelzer.

Unsicher bin ich mir jedoch, ob ich den Honigraum drauf lassen kann oder nicht. Er war nicht bebrütet (kein ASG), war geschleudert worden vor gut 2 Wochen und hatte vereinzelt Ecken mit Melizitose drin. Größtenteils ging es jedoch gut raus. Mittlerweile haben sie entweder umgetragen oder neu eingetragen und es sind einige Kilo flüssigen Honigs drin.

Nun habe ich aber einzelne Waben, auf denen die Meli-Ecken noch erkennbar sind.
Kann ich solche Waben für den Winter drinnen lassen? Ich hänge sie vorsichtshalber an den Rand (oder Position 2).
Bild

Zweite Frage:
am anderen Stand wird das mit den Meli-Ecken noch viel schlimmer sein, da war zum Teil 100% Melizitose in den Waben, die ich vor 2-3 Wochen zurück hängte. Was mache ich hier? Ich glaube nicht, daß sie alles frei geräumt haben, eher haben sie einfach einen Deckel drauf gemacht auf das Elend....
(Ich habe noch nicht geschaut und lasse mich am Wochenende überraschen)

Mein Plan: wenn der HR zu viel Meli-Zeug drinnen hat: abnehmen, einlagern und evtl. auf 1 Zarge einwintern (wenn ich die untere wegnehmen kann). Aufgrund der Volksstärke wird das aber noch nicht gehen, also werde ich einige auf 2 Zargen einwintern - wobei die untere Zarge dann schon den 2ten Winter erleben wird! Wabenhygiene fehlgeschlagen??? Saublöd das Ganze....

Danke,

Nils
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Hotzenplotz » 31. Juli 2015, 10:34

Besteht Behandlungsdruck so kann man bei hohen Temperaturen den leeren Honigraum drauflassen und das Volk auf drei Zargen behandeln, ob das der Nassenheider Prof. packt ist die Frage die ich demnächst im Vergleich abschätzen kann.


Nochmal ich zum gleichen Thema: Bezugnehmend auf Deine Anmerkung, wäre das die angenehmste Behandlungslösung:
Die Behandlung erfolgt auch im dreizargigen Volk, dabei wird der Nassenheider Verdunster prof. mittels Halbzarge (bei mir selbstgebauter) auf die Rähmchen des abgeschleuderten Honigraums gesetzt.

Diese Methode wird auch von Dirk Ahrens-Lagast in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "die Biene" beschrieben um einen Abstand zur Brut zu gewinnen. Das hätte auch den Vorteil, dass ich mit der Wabenhygiene noch zuwarten kann.

Allerdings sollte der Behandlungserfolg soweit gegeben sein, dass die Völker bis zum September/Oktober nicht unter einer zu großen Varroalast stehen und dann zusammenbrechen. Sonst nehme ich lieber die erwähnten Brutschäden in Kauf.

Alternativ : Honigraum runter: Dann könnte ich einen zweiten selbstgebauten Holzrahmen-Aufsatz (5-6cm) auf die zweite Brutzarge setzen. darauf ein gerahmtes Absperrgitter, den nächsten Aufsatz darauf setzen (8cm) und darin die Verdunster Schale einsetzen (auf das Absperrgitter). Dann wäre ja auch ein Abstand zur Brut gegeben, wobei die Verdunstungsfläche kleiner wäre, als mit einer dritten Zarge.

Update 18:15 Uhr: Habe nun die Völker, die ich jetzt behandeln will, noch einmal genauer unter Berücksichtigung der Hinweise angesehen:

Bei zwei Völkern ist die Brut ausschließlich in der ersten Brutzarge, die zweite Brutzarge ist voll Futter und Honig und somit noch brutfrei.
Bei zwei anderen Völkern ist Brut vor allen Dingen in der zweiten Brutzarge, aber auch noch in der ersten Brutzarge.

Somit könnte ich die beiden erstgenannten Völker ja nach Abheben des Honigraumes zunächst mit dem Nassenheider Verdunster behandeln.
Bei Volk drei und vier könnte ich ebenfalls den abgeschleuderten Honigraum abnehmen, dann einen 5-7 cm breiten Holzrahmen aufsetzen, darauf das Absperrgitter und darauf noch einen Holzrahmen in welchen ich dann die Verdunsterschale stelle.

Wie sind Eure Erfahrungen bzw. Meinungen dazu?
:ugeek: ;)-
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 4. August 2015, 17:38


https://www.youtube.com/watch?v=QXlDx-ZuriA
Wabenhygiene mit System, aber nicht ganz so konsequent und umfänglich. Erstaunlich wie manche Völker den untergeschobenen Raum nutzen, obwohl im oberen sehr ausgedehnt gebrütet wird, großes Pollenlager, einige Waben wurden zur Trachtzeit unten bebrütet.
Mit vielen freundlichen Grüßen
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon Simon » 4. August 2015, 20:55

Wabenhygiene2.JPG
Nicht jedes Volk lässt sich so schön fotografieren ohne Gegenwehr, die alten Tanten unten in der ersten Zarge können einem die Arbeit ganz schön schwer machen. Setzt man die erste Zarge ganz nach oben, wandert die Bienenmasse nach unten, die Waben können mit weniger Gegenwehr entnommen werden.

Wabenhygiene.JPG
6 Stunden nach dem Tausch.
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Re: Wabenhygiene mit System

Beitragvon VoBee » 15. August 2015, 18:15

Hallo zusammen,

ich hab mich dieses Jahr etwas an Simon orientiert und im Frühjahr von 1 auf 3 erweitert. Die Bruträume sind jetzt schon fast 1,5 Monate wieder getauscht, aber die Brut möchte einfach nicht nach oben rücken.
Heute wollte ich dann die Wabenhygiene durchführen, hab aber schnell wieder abgebrochen, weil immer noch 5 Brutwaben mit verdeckelter Brut und ca. 1,5 Waben mit offener Brut sich im unteren "alten" Brutraum befunden haben.

Langsam werde ich etwas nervös. Letztes Jahr hat alles super geklappt; aber dieses Jahr...

Was soll ich tun? Die Waben sind so schwarz, dass ich sie nur sehr sehr sehr ungern in den Winter mitnehmen möchte... aber es ist ja immer noch sehr viel Brut vorhanden und langsam aber sicher möchte ich für den Winter einfüttern.

Ich bin dankbar für jeden hilfreichen Post
VoBee
 
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